Erläuterungen zu den Prinzipien der Kinderfußballs.

Spielergebnisse sind absolut zweitrangig.

In der F- und E-Jugend ist ergebnisorientiertes Spiel völlig fehl am Platze. Im Vordergrund steht ausschließlich die fußballerische Ausbildung und der Spaß. Ordnet man alles dem Ergebnis unter, bleiben diese Dinge zwangsläufig auf der Strecke. Machen Sie sich frei von dem Gedanken, dass Gewinnen das Wichtigste ist und die Kinder nur dann Spaß haben könnten, wenn sie gewinnen. Das ist das Denken von Erwachsenen, nicht das von Kindern! Natürlich gewinnen wir auch lieber als dass wir verlieren, letztlich ist es in dieser Alterklasse aber völlig unerheblich. Erfolg in den Augen der Kinder liegt oft ganz woanders. Wenn Sie sich von dem Gedanken gelöst haben, dass Ergebnisse wichtig sind, werden sie viel entspannter und mit viel mehr Freude die Spiele Ihrer Kinder genießen können. Erfreuen Sie sich an einem gekonnten Dribbling, einem gelungenen Spielzug oder einer erfolgreichen Abwehraktion, aber schielen Sie nicht immer nur auf das Spielergebnis. Auch die Kinder werden so lernen, gelassener (aber keinesfalls gleichgültig) mit Niederlagen umzugehen.

Kinder sind Kinder, keine kleinen Erwachsenen.

Denken Sie immer daran, dass hier Kinder spielen und keine kleinen Erwachsenen. Übertragen Sie Ansprüche und Vorstellungen aus dem Erwachsenenfußball niemals auf die Kinder. Kinder in diesem Alter können Dinge, die im Erwachsenenfußball selbstverständlich sind, oft rein entwicklungsphysiologisch noch gar nicht verstehen und umsetzen. Das müssen wir als Erwachsene genauso akzeptieren, wie wir auf Anhieb verstehen, dass Kinder noch nicht Auto fahren und keine komplexen Gleichungen lösen können. Fußball ist, auch wenn es einfach aussieht, ein hoch komplexes Spiel, in dem die Kinder ständig vor für sie schwierig zu lösende Fragen gestellt werden: Greif ich jetzt an oder warte ich noch oder zieh ich mich sogar zurück? Und wenn ja wie weit? Laufe ich dabei rückwärts oder dreh ich mich um und laufe vorwärts? Wie verhalten sich meine Mitspieler? Wie läuft der Gegner? Schießt er jetzt oder dribbelt er noch? usw. Jede einfach aussehende Spielsituation stellt das kindliche Gehirn vor eine große Aufgabe. Zu wissen, welche Aktion wann die richtige ist, sieht für uns von außen leicht aus, für die Kinder ist es aber alles andere alseinfach. Dennoch ist es wichtig, dass die Kinder lernen ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Nur so können sie die Spielintelligenz entwickeln, die sie zu guten Fußballern machen. Kinder, die ständig von Eltern oder Trainern mit Anweisungen gefüttert werden, bleiben in der Entwicklung der Spielintelligenz auf Dauer zurück.

Kinder machen keine Fehler, sie sammeln Erfahrungen.

Kinder brauchen beim Fußballspiel sehr viel Freiheit, um sich entwickeln zu können. Denken in festen Spielpositionen und taktische Zwänge wie beim Erwachsenenfußball sind für Bambini, F- und E-Jugendspieler nicht nur ungeeignet sondern sogar schädlich. Ob ein Kind ein guter Fußballer wird und auf welcher Position es später einmal spielen wird, entscheidet sich niemals in diesem Alter sondern erst viel viel später. Daher haben alle Kinder das Recht, sich auf allen Positionen ausprobieren zu dürfen, auch die, die scheinbar weniger geeignet sind. Dabei dürfen und sollen die Kinder ruhig auch Fehler machen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Mensch aus selbst erlebtem erheblich besser lernt als aus Erklärungen anderer. Dies gilt natürlich auch auf dem Fußballplatz.

Spielstärke ist nur eine Momentaufnahme.

Die momentane Spielstärke der Kinder sollte nicht überbewertet werden. Kindern machen viele Entwicklungsphasen durch. Wer sich wann und wie weiter entwickelt, ist in diesem Alter überhaupt noch nicht voraus zu sehen. Oft machen Kinder völlig unerwartete Entwicklungssprünge, andere fallen ebenso unerwartet zurück. Es ist keineswegs ungewöhnlich, dass ein überragender F-Jugendspieler im Laufe der Zeit von seinem unscheinbaren Kollegen überflügelt wird. Daher haben alle Kinder das gleiche Recht zu spielen, auch die momentan schwächeren. Als Eltern von stärkeren Spielern sollten Sie immer bedenken, dass sich die Situation sehr schnell ändern kann und Ihr Kind sich weniger gut entwickelt, als sie jetzt glauben oder es in eine Mannschaft kommt, in der es zu den schwächeren gehört. In keinem Fall begründet eine höhere Spielstärke einen Anspruch auf mehr Spielzeit gegenüber einem schwächeren Spieler! Viele Kinder gehen dem Fußball über die Jahre verloren, weil sie nicht regelmäßig eingesetzt werden. Diese Kinder fehlen dann den Vereinen, aber auch den Mitspielern in den höheren Jugendmannschaften. Daher ist es wichtig in den frühen Jahren möglichst alle Kinder mitzunehmen.

1., 2. oder 3. Mannschaft? Völlig egal!

Mit Beginn einer neuen Saison stehen wir als Betreuer immer vor der schwierigen Aufgabe, die vorhandenen Spieler auf 2 oder mehr Mannschaften aufzuteilen. In der Regel gehen wir dabei so vor, dass wir Mannschaften erhalten, die jeweils gleiche Spieleranzahl haben und in denen Spieler etwa gleicher Spielstärke sind. Die Aufteilung nach Spielstärke hat den Sinn, alle Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand fördern zu können. Nur in homogenen Gruppen kann das Training auf die jeweilige Spielstärke angepasst werden ohne dass jemand über- oder unterfordert wird. Das gleiche gilt auch für den Spielbetrieb, wo man auf gegnerische Mannschaften trifft, die dem eigenen Niveau entsprechen. Manche Eltern reagieren enttäuscht oder gar wütend, wenn ihr Kind nicht in der F1 bzw. E1 spielen soll, sondern "nur" in der zweiten oder dritten Mannschaft. Den Kindern selbst ist das oft gar nicht so wichtig. Wie aber bereits vorab erwähnt, ist Fußball kein "Stellvertreterspiel". Es geht nicht darum, dass die Kinder ihren Eltern auf dem Fußballplatz Spaß bereiten, sie stolz machen oder ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen. Es geht einzig und allein darum, dass die Kinder mit Spaß das Fußballspielen erlernen. Dabei muss es überhaupt nicht immer erstrebenswert sein in der ersten Mannschaft zu spielen. Oft überschätzen Eltern die Fähigkeiten ihre Kinder und überfordern sie damit regelrecht. Normalerweise können die Betreuer die Fähigkeiten der Kinder sehr viel besser und objektiver einschätzen als die eigenen Eltern. Welcher Vater oder welche Mutter kann im Hinblick auf das eigene Kind schon objektiv sein? Daher sollten Sie uns die Entscheidung überlassen, in welcher Mannschaft ihr Kind am besten aufgehoben ist. Wir werden versuchen, die Kinder dort spielen zu lassen, wo sie sich am besten weiter entwickeln können und wo sie die größte Chance auf persönliche Erfolgserlebnisse und damit den meisten Spaß haben können. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind kann in der ersten Mannschaft mit Mühe noch gerade so mithalten und schießt in der Saison 1 Tor, in der zweiten gehört es zu den Führungsspielern und schießt 15 Tore. Wo wird es wohl mehr Spaß haben, größere Motivation bekommen und sich besser entwickeln?

Die Gemeinschaft geht immer vor.

Es ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie gleichberechtigter Teil einer Gemeinschaft sind, in der alle zu ihrem Recht kommen sollen und die eigenen Interessen auch schon mal hinten an gestellt werden müssen, denn nur so entwickeln sich mannschaftstaugliche Spieler. Unterstützen Sie also diesen Gedanken. Ziel ist es, dass jeder für den anderen läuft und kämpft und spielt und sich die Spieler über den Erfolg des anderen genauso freuen wie über den eigenen. Die beliebten "Prämien" von Eltern oder Großeltern für erzielte Tore sind dem Gemeinschaftsgedanken nicht zuträglich. Darauf sollte unbedingt verzichtet werden. Spenden Sie statt dessen lieber ein paar Euros in die Mannschaftskasse.

Trainer dürfen coachen, Eltern dürfen loben.

Der Einzige, der am Spielfeldrand coachen darf, ist der Trainer! Eltern dürfen keine Anweisungen oder gar Kritik ins Spiel hineinrufen. Das schafft nur Unruhe und bringt rein gar nichts. Die Kinder müssen lernen auf dem Platz selbständig zu entscheiden. Wenn jede Aktion mit einer Anweisung oder einem Kommentar verbunden ist, werden sie das nie lernen. Zudem werden die Kinder durch permanente Anweisungen der Eltern verunsichert, irritiert oder einfach nur genervt. Dabei bleibt die Entwicklung und der Spaß auf der Strecke. Hilfestellung beim Spiel gibt nur der Trainer und auch der sollte dies nur in geringem Umfang tun. Fiebern Sie mit, jubeln Sie und loben Sie die Kinder bei guten Aktionen, aber halten Sie sich ansonsten mit Kommentaren unbedingt zurück. Die Spiele sollen in einer für die Kinder angenehmen, unbeschwerten und positiven Atmosphäre ablaufen. Die Betreuer sind vom Verein ermächtigt, Eltern, die sich nicht an diese Vorgaben halten, des Platzes zu verweisen oder im Extremfall sogar ein laufendes Spiel abzubrechen.

Fairness und Respekt.

Den Kindern soll Respekt vor dem Gegner und dem Schiedsrichter vermittelt werden. Dies geht nur, wenn die Erwachsenen mit guten Beispiel vorangehen. Weder Eltern noch Betreuer sollten während des Spiels die Schiedsrichterleistung kommentieren, egal wie schlecht oder unfair seine Leistung ist. Wenn überhaupt, liegt es ausschließlich bei den Betreuer einen Schiedsrichter in der Halbzeit oder nach dem Spiel anzusprechen. In jedem Fall sollte dies ruhig und sachlich geschehen. Ferner sollten weder Eltern noch Betreuer Diskussionen mit Eltern oder Betreuern der gegnerischen Mannschaft führen. Denken Sie immer daran: es ist nur ein Spiel wie jedes andere und Gewinnen ist nicht das wichtigste.

Kinder, Trainer, Eltern - Ein Team!

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit

Ein Mannschaftssport kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten zuverlässig und pünktlich am Spiel- oder Trainingsort sind. Es ist wichtig, dass Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind regelmäßig und zuverlässig zum Training und zu den Spielen erscheint. Sollte Ihr Kind einmal nicht können, sagen Sie bitte frühzeitig ab, damit wir entsprechend für Ersatz sorgen können. Nichts ist ärgerlicher als Samstags nur mit 5 Kindern da zu stehen. Für die Betreuer, die erschienenen Kinder und auch für den Gegner. Wir behalten uns vor, Kinder die wiederholt unentschuldigt fehlen, vom Spielbetrieb auszuschließen.




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