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  • Erläuterungen Rotationsprinzip

Postitionsrotation fördert die Entwicklung

Die Ausbildungsphilosophie des DFB empfiehlt im F- und E-Jugendbereich alle Spieler regelmäßig auf allen Positionen spielen zu lassen (bei den Bambini gibt es ohnehin keine Positionen!). Dies schließt auch und insbesondere die Torwartposition ein. Im Folgenden werden die Vorteile für diese Vorgehensweise erläutert.

1. Spielverständnis verbessern

Der spätere Mittelfeldspieler kennt die Position des Abwehrspielers und die des Stürmers. Entsprechend weiß er unbewusst, wie er beispielsweise seinen dort spielenden Mitspieler am besten anspielt, denn er kann sich in dessen Position eindenken. Das gilt auch für alle anderen Spieler, egal auf welcher Position. Auch der Torwart sollte regelmäßig im Feld spielen, denn nur so weiß und lernt er, wie er den Ball als Torwart am besten an welchen Spieler abgeben kann. Und nur so kann er später ein "mitspielender Torwart" werden, der auch über die notwendigen fußballerischen Qualitäten und ein Gefühl für Abstände und Geschwindigkeit verfügt.

2. Erfolgserlebnisse für alle schaffen

Jeder Spieler muss auch mal ein Tor schießen können. Dazu kommt aber ein fester Torwart oder fester Abwehrspieler in der Regel nicht. Nur ist das eben das allerschönste in dem Alter und darf einfach niemandem vorenthalten werden!

3. Gruppenerlebnis und Zusammengehörigkeitsgefühl fördern

Da jeder Spieler die gleichen "Rechte und Pflichten" hat, fühlt sich jeder mehr oder minder gleichwertig innerhalb der Gruppe. Dadurch wird die Motivation dauerhaft bei allen hochgehalten. Die Kinder erfahren außerdem, wie schwer es sein kann, auf bestimmten Positionen zu spielen und entwickeln damit mehr Verständnis dafür, wenn dem Mitspieler mal ein Fehler unterläuft. Des Weiteren lernt jeder Spieler, dass er auf "seiner Position" nicht unersetzlich ist, sondern diese auch von anderen genauso gut oder sogar noch besser ausgefüllt werden kann.

4. Entwicklungspotenziale erhalten und erkennen

Der Spieler bekommt die Möglichkeit, alle Positionen und die hieraus resultierenden Aufgaben kennen zu lernen. So merkt er später selbst, wo es ihm am besten gefällt und auch wo er am besten zurechtkommt. Auch für die Betreuer eröffnen sich neue Einblicke über die Einsatz- und Entwicklungsfähigkeit der einzelnen Spieler.

5. Ausbildungsziele bedienen

Dribbeln, Koordination, Finten, Zweikampf und Torschuss sind die Hauptaltersziele der G-, F-und E-Jugend. Durch den Positionswechsel bedient man im Spiel alle Ziele. Beim Torwart oder Abwehrspieler der auf einer festen Position spielt, bedient man diese Ziele nicht. Wie viele Tore schießt schon ein Torwart, wie viele Zweikämpfe hat er, wie viele Dribblings, Finten oder Torschüsse legt ein Abwehrspieler hin usw.?

6. Generalisierung statt Spezialisierung

Durch die Rotation verhindert man das Ausbilden von "Positionsidioten", sondern erhält ausgewogene Spieler, die später vielseitig einsetzbar sind. Zudem verkürzt sich für solche Spieler die Eingewöhnungszeit auf einer neuen Position. Eine spätere Spezialisierung ist in jedem Fall leichter als eine "Umerziehung".

7. Keine Diskussionen um die "Aufstellung"

In der Regel wünschen sich alle Eltern, dass ihre Kinder vorne spielen und viele Tore schießen. Durch die Rotation haben alle Kinder die gleichen Chancen Tore zu erzielen und jeder muss auch mal in die Verteidigung. Diskussionen um die Aufstellung entfallen damit von vorne herein. Wo es so viele Vorteile gibt, muss es auch Nachteile geben, möchte man meinen. Es gibt lediglich einen Punkt, der hier genannt werden könnte:

Spielergebnisse

Die Rotation kann dazu führen, dass kurz- oder mittelfristig weniger gute Spielergebnisse erzielt werden. Dies liegt daran, dass Spieler auch dort eingesetzt werden, wo sie zum derzeitigen Stand der Entwicklung (noch) nicht so gut spielen. Bereits im Laufe weniger Wochen ist aber deutlich erkennbar, dass dieser Effektzunehmend geringer wird.

Fazit

Im Bereich der F- und E-Jugend (Bambini sowieso) sind Ergebnisse zweitrangig, die fußballerische Ausbildung der Kinder und der Spaß stehen im Vordergrund. Auf die  Ergebnisse sollte man daher nur insoweit schauen, wie es nötig ist, dass die Kinder weiterhin mit Freude bei der Sache sind. Insofern gibt es nichts, das gegen eine Positionsrotation, aber sehr vieles das dafür spricht!




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